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Sichere Zahlungsverfahren für E-Government

Sichere Zahlungsverfahren für E-Government

Neues Modul des E-Government-Handbuchs


Erscheinungsdatum: Juni 2004 (aktualisiert: Mai 2005)

Nicht nur im elektronischen Handel, auch im E-Government entscheidet die Bequemlichkeit der Zahlungsabwicklung häufig über den Erfolg eines Angebots. Wie das medienbruchfreie Bezahlen mit Sicherheits- und Wirtschaftlichkeitsanforderungen vereinbar ist, zeigt das ibi research in einem neu erstellten Modul des E-Government-Handbuchs des BSI.

Mit der wachsenden Verbreitung von E-Government-Dienstleistungen stellt sich zunehmend die Frage, wie anfallende Erlöse und Gebühren auf effiziente und sichere Weise vereinnahmt werden können. Anbieter von Online-Transaktionen sehen sich dabei einer unüberschaubaren Vielfalt verschiedener Zahlungsverfahren gegenüber, die von der klassischen Überweisung bis zu Mobiltelefonbasierten Zahlungsverfahren reicht.

Das Modul „Sichere Zahlungsverfahren für E-Government“ ist Teil des E-Government-Handbuchs, das das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)herausgibt. Das Modul arbeitet das Thema umfassend auf und hilft so Entscheidungsträgern in E-Government-Projekten, geeignete Zahlungsverfahren auszuwählen. Ausgehend von einer strukturierten Darstellung unterschiedlicher Arten von Zahlungsverfahren widmet sich das Modul vor allem der Frage, welche Zahlungsverfahren für welche E-Government-Dienstleistungen am besten geeignet sind.

Zur Unterstützung des Auswahlprozesses wurde von ibi research ein Vorgehensmodell entwickelt, das neben Eigenschaften wie Verbreitung oder Zahlungsgarantie auch die Eignung für bestimmte Betragsbereiche sowie die Sicherheit und Implementierungsaufwände der Verfahren berücksichtigt. Die Anwendung des Vorgehensmodells wird im Rahmen des Moduls anhand mehrerer Fallbeispiele, wie der elektronischen Handelsregisterauskunft oder der Zollauktion des Bundes, exemplarisch vorgeführt.

Auch wenn sich für viele E-Government-Dienstleistungen geeignete Zahlungsverfahren finden lassen, so zeigt das Modul doch ein wesentliches Defizit der heute verfügbaren Verfahren auf: Gerade die weit verbreiteten und bequem nutzbaren Verfahren wie Kreditkarte oder Lastschrift bieten wegen der fehlenden Unterschrift oft keine ausreichende Zahlungssicherheit. Es existieren jedoch Bestrebungen, die handschriftliche Unterschrift bei Bezahlvorgängen im Internet durch eine qualifizierte elektronische Signatur zu ersetzen. Ein solches signaturbasiertes Verfahren ermöglicht neben einer garantierten Zahlung für die Behörde auch die Schaffung durchgängiger elektronischer Prozesse.

Ergebnisse

  • Sicherheit ist eines der wesentlichen Akzeptanzkriterien. Bei der Beurteilung der Sicherheit eines Verfahrens ist jedoch zwischen technischen, rechtlichen und organisatorischen Sicherheitsaspekten zu unterscheiden, die jeweils aus Behörden- und Kundensicht betrachtet werden müssen.
  • Die meisten elektronischen Zahlungsverfahren bauen auf den etablierten Zahlungsverfahren auf oder stellen für den Einsatz über elektronische Medien modifizierte Ausprägungen der etablierten Verfahren dar.
  • Für eine Beurteilung der Erfolgsaussichten neuer Zahlungsverfahren ist insbesondere der Netzeffekt von Bedeutung. Dieser besagt, dass ein Zahlungsverfahren für die Beteiligten umso nützlicher ist, je mehr Personen daran teilnehmen.
  • Jedes der betrachteten Verfahren weist spezifische, situationsabhängige Voraussetzungen sowie Stärken und Schwächen auf, die es zu berücksichtigen gilt. Ein universelles Zahlungsverfahren, das für alle Anwendungsfälle gleichermaßen gut geeignet wäre, gibt es nicht.
  • Der Auswahlprozess stellt keine einfache Aufgabe dar, da es häufig nicht genau ein Verfahren gibt, das alle Anforderungen eines Szenarios optimal erfüllt.
  • Keines der heute verfügbaren Verfahren bietet eine hohe Verbreitung und eine hohe Zahlungsgarantie, und ermöglicht gleichzeitig eine durchgängige Prozessgestaltung.
  • Für die Behörde hat ein signaturbasiertes Zahlungsverfahren neben der sofortigen Zahlungsgarantie den Vorteil, dass die elektronische Signatur für die Gestaltung durchgängiger E-Government-Dienstleistungen häufig ohnehin benötigt wird. 
  • Ob es in Zukunft ein Zahlungsverfahren geben wird, das die notwendigen Sicherheitsanforderungen aus Behörden- und Kundensicht optimal erfüllt, hängt damit im Wesentlichen davon ab, ob die elektronische Signatur eine ausreichende Verbreitung erlangen wird.

>> Download des Moduls von der BSI-Website (pdf, 1,1 MB)


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