E-Commerce-Leitfaden
ibi research an der Universität Regensburg GmbH

Im Gespräch mit Jochen Bornemann, Vodafone, und Michael Kurz, Telefónica O2,www.mpass.de


Jochen Bornemann ist Leiter Marketing Wholesale beim Mobilfunkbetreiber Vodafone und Michael Kurz ist Head of Corporate Wholesale beim Mobilfunkbetreiber Telefónica O2 Germany. Gemeinsam bieten die beiden Unternehmen das mobile Bezahlverfahren „mpass“ an. Ein entscheidender Vorteil des neuen Verfahrens: Durch den Einsatz des Handys sorgt mpass für zusätzliche Zahlungssicherheit.

Wie funktioniert das mobile Bezahlen mit mpass?
mpass kombiniert das bewährte Lastschriftverfahren mit einer SMS-Zahlungsbestätigung mittels Handy. Das heißt in der Praxis: Der Kunde wählt ein Produkt im Web-Shop aus und gibt seine Mobilfunknummer sowie ein Passwort ein. Im Anschluss erhält er eine SMS und braucht diese nur kurz zu bestätigen, um den Betrag per Lastschrift vom Konto abbuchen zu lassen. mpass informiert wiederum unmittelbar den Händler, der daraufhin sofort die Lieferung freigeben kann.

Wer kann mit mpass mobil bezahlen?
Über 14 Millionen Vertragskunden von Vodafone und O2 können das Verfahren ohne Registrierung sofort mit ihrem Kundenkennwort nutzen. Prepaid- Kunden, Kunden mit Firmenhandy sowie Kunden anderer Mobilfunkanbieter melden sich einmalig kostenfrei unter Angabe ihrer Bankverbindung an. Insgesamt können somit über 70 Millionen Mobilfunk- und Bankkunden in Deutschland ohne großen Aufwand mit mpass bezahlen.   

Welche Vorteile bietet das mobile Bezahlen für den Endkunden?
Mobile Bezahlverfahren tragen in hohem Maße dem Bedürfnis nach Sicherheit und Bequemlichkeit beim Bezahlen Rechnung. Der Kunde muss dem Händler keine Kreditkarten- oder Kontodaten übermitteln, diese bleiben sicher bei uns verwahrt. Durch die Zahlungsabwicklung über zwei unabhängige Kommunikationswege – das Internet und das Mobilfunknetz – wird die Zahlungssicherheit zusätzlich erhöht. Selbst wenn Mobilfunknummer und Passwort in die Hände von Dritten gelangen, kann ohne das Handy bzw. die SIM-Karte des Kunden kein Missbrauch betrieben werden. 

Das Handy ist wie Schlüssel und Geldbörse ein ständiger Begleiter und daher besonders gut als zusätzliches Sicherheitsmedium geeignet. Untersuchungen zeigen daher auch eine hohe Bereitschaft bei den Endkunden, das Handy zum Bezahlen zu nutzen. 

Was bedeutet das für Online-Händler?
Aufgrund der sicheren Zahlungsabwicklung mit mobilen Bezahlverfahren können Händler ihre Kundenbasis um Neukunden erweitern, die dem Einkaufen und Bezahlen im Internet bisher skeptisch gegenüberstanden. Aber nicht nur aus Kundensicht, auch aus Händlersicht ist das Verfahren besonders sicher. Da wir die Identität des Kunden und die Existenz der Bankverbindung in Echtzeit prüfen, können wir Betrugsfälle effektiv verhindern. Auf Wunsch bieten wir sogar eine Zahlungsgarantie für den Händler an. 

Zukünftig werden wir die Leistungsangebote für Händler noch weiter ausbauen. So können wir gleichzeitig mit der Zahlungsabwicklung auch eine Altersverifikation beim Zugriff auf jugendschutzrelevante Angebote durchführen. Unser Marketing-Netzwerk bietet Händlern zudem vielfältige Möglichkeiten zur Neukundenansprache – über das Handy genauso wie über Newsletter, Web-Seiten, Print-Medien oder im Ladengeschäft. Die Integration von mpass in den Web-Shop funktioniert denkbar einfach über einen Redirect-Link. Die Unterstützung sämtlicher Geschäftsprozesse – z. B. zeitversetzter Einzug von Zahlungen oder Abwicklung von (Teil-)Retouren – ist selbstverständlich gewährleistet. 

Wie wird sich das mobile Bezahlen zukünftig entwickeln?
Mit der zunehmenden Beliebtheit des Internet- Zugangs über das Handy wird auch das mobile Bezahlen weiter an Bedeutung gewinnen. Um den mobilen Online-Einkauf noch einfacher zu machen, kann zukünftig die Mobilfunkrufnummer automatisiert aus dem Handy ausgelesen und beim Bezahlen übermittelt werden. Das Eintippen der Mobilfunknummer und die Zusendung einer SMS-Zahlungsbestätigung können dann entfallen.

Aber auch das Bezahlen im Laden oder an Automaten wird zukünftig mit dem Mobiltelefon sehr einfach möglich sein. Der Schlüssel hierzu ist der NFC-Standard (Near Field Communication), der eine kontaktlose Datenübertragung im Zentimeterbereich ermöglicht. Der Kunde hält sein Handy zum Bezahlen einfach an ein Lesegerät und der Betrag wird von seinem Konto abgebucht. 

Besonders interessante Anwendungen des NFCStandards finden sich im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs. So wird von der Deutschen Bahn derzeit ein innovatives E-Ticketing-Verfahren getestet, bei dem das Handy als Fahrkartenersatz dient. Der Fahrgast hält sein Handy vor Fahrtantritt sowie am Zielort einfach kurz an ein Lesegerät, um die gefahrene Strecke zu erfassen. Diese Lösung zeigt, welches Potenzial in den Themen mobiles Bezahlen und mobiles Ticketing noch steckt.

Internet: www.mpass.de

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